In München gibt es nicht nur das Hofbräuhaus und das Oktoberfest, sondern wie ich finde auch eine sehr gute Infrastruktur mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Neben S- und U-Bahnen bringen einen Tram und Bus von Holzkirchen bis nach Petershausen oder von Fröttmaning zum Karlsplatz (Stachus). Auch wenn oft über den MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) bzw. MVG (Münchner Verkehrsgesellschaft mbH) aufgrund von Zugausfällen und Verspätungen gemeckert wird, so kann man sich doch im Großen und Ganzen in der Bayerischen Landeshaupt glücklich schätzen, so ein breites Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln zu haben.
Doch diese Flexibilität hat selbstverständlich auch ihren Preis. Es ist fakt, dass die Preise stetig angehoben werden. Ob dies nun berechtigt ist oder nicht, lasse ich andere beurteilen.
So kann man schnell acht Streifen von einer Streifenkarte (aktueller Preis 12 €) benötigen, um durch zwei Zonen in die Innenstadt zu fahren.
Für Studenten, Schüler und Azubis gibt es entsprechende Ausbildungstarife für Monats- und Wochenkarten. Ring 1- 6 kosten so für eine Monatskarte 65,30 €.
Klar autofahren ist immer noch teurer, aber man darf nicht vergessen, dass das Leben in München allgemein sehr teuer ist. Und nicht alle Studenten können oder werden von ihren Eltern während ihrem Studium finanziell unterstützt. Da können 60 € im Monat für den Weg zur Universität oder Bibliothek schnell wehtun.
Diesen Ansatz greift der Arbeitskreis “Semester Ticket München” und fordert ein Solidaritätsmodell, um das Nutzen des MVV für Studierende attraktiver zu machen, aber dennoch wirtschaftlich für die Betreiber zu bleiben.
Im Grunde besteht das Sockelmodell aus zwei Ebenen. Der Solidarbeitrag, den bei einem positiven Ergebnis der jetzigen Abstimmung alle Studenten entrichten müssten, kostet 59 €. Als Gegenleistung dürfte man damit täglich von 18 – 6 Uhr und an Wochenenden sowie Feiertagen Ganzstags die öffentlichen Verkehrsmittel in München nutzen. Zahlt man freiwillig 141 € mehr für die sechs Monate so ist man berechtigt zeitlich uneingeschränkt (7 Tage die Woche, 24 Stunden täglich) das komplette MVV-Gesamtnetz zu nutzen. Auch wenn 200 € viel Geld ist, muss man beachten, dass man pro Monat lediglich 33 € zahlt. Das entspricht in weniger als drei Streifenkarten, mit denen man in sechs Monaten nicht weit kommen würde.
Die Abstimmung läuft im Zeitraum vom 21.11. ab 11 Uhr bis einschließlich dem 02.12.2012 um Mitternacht. Diese findet erst einmal nur unter den Studenten der LM, TUM und Hochschule München statt, die insgesamt rund 100.000 studierende sind. Private Hochschulen wie beispielsweise die FOM oder die Munich Busniess School sind erst einmal von der Abstimmung ausgeschlossen. Die Mindestbeteiligung ist auf mindestens 20 % der Studierenden der jeweiligen Hochschule festgelegt. Zur Einführung des Semestertickets ist eine Mehrheitsentscheidung notwendig. D. h. die abgegebene Stimme zählt nur für die eigene Hochschule. Also muss in allen drei Bildungseinrichtungen jeweils eine einfache Mehrheit erreicht sein, die für “Ja” gestimmt hat.
Wenn eure Hochschule betroffen ist, findet ihr hier die Anleitung zum Abstimmen.
Das Endergebnis wird auf der offiziellen Webseite bekannt gegeben und natürlich gibt es auch eine entsprechende Facebook Seite.
Nun seid ihr gefragt: Was haltet ihr von dem Münchner Semesterticket? Es dürfen auch gerne nicht Münchner ihre Meinung in den Kommentaren abgeben












