Aktuelle Informationen zur PKV

Geschrieben am 26. Okt 2009
Kategorien: Geld

Es wird wieder Herbst und die Temperaturen sinken. Die ideale Zeit um sich mal wieder mit Krankheiten zu infizieren.
Wenn’s einen erwischt hat, hat man fast kaum eine Alternative als zum Arzt zu gehen, bei dem man wieder einen ganzen Tag im Wartezimmer verbringt.
Doch das kann auch anders sein, denn viele Ärzte bevorzugen Patienten, die in einer privaten Krankenversicherung sind. Diese werden meistens als erstes aus den Wartezimmern in die Behandlungsräume gebeten und bekommen kurzfristige Termine, für die man normalerweise ein halbes Jahr warten müsste.

Vorteile für den behandelnden Arzt

Eigentlich sind Privatpatienten Patienten wie alle anderen. Dennoch bevorzugen Ärzte Erkrankte, die PKV-versichtert sind. Aber wieso?

Der wohl am wichtigsten erscheinende Grund: Das Gehalt
Angenommen ein Kassenpatient zahlt ungefähr an die 40€/Quartal. Dann kann er so oft kommen wie er will, er zahlt nur einmal alle drei Monate.
Die Kasse eines Privatpatienten zahlt etwas meht, schätzungweise 50€. Aber nicht pro Quartal sondern pro Besuch!
An diesem Beispiel eines Münchner Arztes aus Ein Arzt packt aus sieht man, warum man als Privatpatient besser aufgehoben ist.

„Natürlich haben wir längst die Zweiklassenmedizin“, sagt Dr. X. „Aber wir Ärzte können kaum etwas dafür. Das derzeitige Abrechnungssystem zwingt uns dazu, Kassenpatienten wie billige Holzbank-Touristen zu behandeln. Natürlich bevorzuge ich meine Privatpatienten, wo immer ich kann. Denn ganz allein von ihnen lebe ich. Sie bekommen sofort einen Termin. Ich widme ihnen wesentlich mehr Zeit. Ich verschreibe ihnen bessere Medikamente und Therapien. Weil die Privatkassen dafür im Schnitt das Dreifache bezahlen wie die gesetzlichen Kassen. Wenn ich zu einem Privatpatienten nur Grüß Gott sage, habe ich allein dafür schon 50 Euro verdient. Und das bei jedem einzelnen Besuch. Für einen Kassenpatienten erhalte ich dafür nur 40 Euro. Die gelten aber für das ganze Quartal, egal, wie oft der Kassenpatient zu mir kommt. Die berühmten „notwendigen, wirtschaftlichen und zweckmäßigen“ Behandlungen bekomme ich nur zwei bis dreimal im Quartal bezahlt. Wenn also ein Kassenpatient zehnmal kommt, arbeite ich siebenmal völlig gratis. Eine reine Kassenpraxis rentiert sich heute nicht mehr. Die Kassenpatienten decken oft noch nicht mal die Unkosten für Miete, Ausstattung und Personal.“

Ärzte bevorzugen PKV-Versicherte also fast nur wegen des Gehalts, das sie von der Privatkrankenkasse bekommen. Denn das ist höher als bei Kassenpatienten. Ein Arzt hat rund 10% Privatpatienten in seiner Patientenliste.

Aber PKV-versichert sein hat nicht nur Vorteile für den Arzt, auch für den Patienten.

Vorteile für den Patienten

Ein paar Vorteile der PKV wurden bereits im Interview mit dem Arzt aus genannt: Einmal dass man besser behandelt wird und einmal, dass man kurzfristige Termine bekommt.
Ein weiterer wichtiger Vorteil: Man kann am Ende des Jahres wenn man wenig krank war, ein Teil seiner Jahresbeiträge zurückfordern. Die Rückzahlungsbeiträge können bis zu Beträgen von 25% der Einzahlungen darstellen, wenn man überhaupt nicht krank gewesen ist.
Der Patient kann bei Privatversicherungen viel Geld sparen, denn die Beiträge werden nach dem Alter und Gesundheitsstand berechnet. Hier fallen die Beiträge häufig niedriger aus als bei Kassenpatienten – im Idealfall bis zu 70%!
Zusätzlich werden immer häufiger zusätzliche Leistungen (z.B. vergünstigter Zahnersatz) angeboten. Bei Kassenpatienten wurden diese bei gleicher Beitragshöhe des Öfteren gestrichen, wie die Vergangenheit gezeigt hat.
Auch kann man sich bei einer Behandlung im Krankenhaus den behandelnden Arzt und den Aufenthalt (Einzel- oder Doppelzimmer, Standard- oder Chefarztbehandlung, …) selbst aussuchen. Dies kann auch von Vorteil sein, wenn der behandelnden Mediziner den Patienten kennt und so noch persönlicher auf ihn eingehen kann.

Ein Vergleich lohnt sich

Wie man sieht, hat es viele Vorteile für den Patienten, wenn man sich privatversichern lässt. Deswegen ist auch ein Krankenkassenvergleich angebracht. Häufig kann man mit einer Privatversicherung seinen Gesundheitszustand selbst beeinflussen, daher ist es garnicht mal schlecht privatversichert zu sein.
Und Gesundheit ist eine Gabe, an der man nicht sparen sondern sie pflegen sollte.

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