“Plötzlich alt” – das große stern-TV-Experiment

Geschrieben am 13. Mrz 2010
Kategorien: Fernsehen, Leben

Bild von einem älteren Herren im Rollstuhl - Foto von Uta HerbertAus Jung mach Alt hat sich die Redaktion von stern-TV gedacht und in Kooperation mit der Universität Witten/Herdecke unter Leitung von Christel Bienstein das Experiment “Plötzlich alt” ins Leben gerufen und mit der Kamera begleitet.

4 Tage lang leben sechs Probanden im Alter zwischen 23 und 30 Jahren in einem simulierten Altersheim. Dafür wurden extra Vorlesungsräume und Teile der Universität Witten/Herdecke umgebaut. Damit die Teilnehmer nicht nur ein Umfeld wie im Seniorenheim haben, wurden sie mit unterschiedlichen Gebrechen “versehen”. Beispielweise ist der fünfundzwanzigjährige Christian Ramb künstlich bettlägrig geworden und durfte das Bett nicht verlassen. Oder mit der Hilfe von speziellen Anzügen sowie Brillen und Kopfhörern wurde jede Bewegung zum Kraftakt und auch die Umgebung kann dadurch nicht mehr so gut wahrgenommen werden.

Alltägliche Dinge wie das Einkaufen im Supermarkt und das damit verbundene Zahlen an der Kasse wurden so zur Herausforderung an Körper und Geist.

Doch nicht nur physisch war das Experiment für alle Teilnehmer anstrengend, sondern auch  psychische Probleme mussten bewältigt werden. Interessant zu sehen war, dass schon nach kürzester Zeit bestimmt Verhaltensweisen, wie man sie aus den Altersheim kennt, auch zu den Probanden auftraten. Es wurde z. B. vergessen, wann man das letzte Mal gegessen hatte oder Kreuzworträtsel hatten auf einmal einen großen Unterhaltungsfaktor.

Die plötzlich Gealterten wurden von richtigen Pflegern betreut und bekamen Essen aus dem naheliegenden Altersheim. Abwechselung vom Alltag bot ein Therapiehund sowie eine Kindergruppe, die zu Besuch kamen.

Ziel dieses Experiments ist, laut Christel Bienstein, dass über die schlechte Situation alter Menschen gesprochen wird. Und dass sich auch junge Menschen intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen. Weiter merkt sie an:

Wenn sich an der Pflegesituation hierzulande nichts tut, steuern wir auf eine Katastrophe zu.

Geistige Einschränkungen wie Demenz können mit Hilfe so einem Experiment nicht dargestellt werden, daher dürfte das Gefühl “alt” und hilflos zu sein, nicht vollständig simuliert werden.

Was haltet ihr davon? Ist das totaler Schwachsinn oder regt das zum Nachdenken an?

Quelle: stern-TV
© Uta Herbert / PIXELIO
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6 Reaktionen zu diesem Artikel:

  1. Ich denke so ein Experiment kann das Verständnis von alten Menschen fördern. So sieht man, dass es mit diesen Gebrechen im Alltag wirklich nicht leicht ist und man hat wahrscheinlich mehr Verständnis für ältere Menschen an der Kasse oder so. Ich denke so ein Experiment kann das Verständnis fördern, aber das eigene Empfinden wenn man älter ist nicht simulieren, da wohl jeder irgendetwas anderes bekommen oder nicht bekommen wird.

  2. Wenn’s nicht grad von Stern-TV gemacht wäre ;-)
    Ich finde die Idee gut, auch in kleinerem Format wäre das eine feine Sache. Schlechter sehen, schlechter hören, sich beschwerlich bewegen können, steife Gelenke…
    Witzig ist aber, dass die alten Menschen an sich selbst die typischen Dinge nicht wahrnehmen… oft hört man von (ur-)alten Menschen “nö, ich geh nicht in den Speiseraum, da sind ja nur alte Leute!”

  3. War das Finale von “Plötzlich alt” schon letzte Woche bei Stern-TV oder ist es er heute????

  4. @Günther,

    erst Seite Abend um ca. 22:15 wird der letzte Teil der vierteiligen Reihe “Plötzlich alt” ausgestrahlt. Weitere Informationen findest du unter http://www.stern.de/tv/sterntv/stern-tv-experiment-ploetzlich-alt-das-finale-1551109.html

  5. Wo kann man denn alle Videos und Ergebnisse des Experimentes auf Einmal durchnavigieren? Danke

  6. @fitnesszweg,

    unter folgendem Link findest du alle Videos zu dem Thema “Plötzlich alt”:

    http://www.stern.de/tv/sterntv/stern-tv-experiment-ploetzlich-alt-das-finale-1551109.html

    Einfach auf die Videokamera neben den Beiträgen klicken, um zu den Video zu kommen.

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