@MVVBlitzer – Fahrkartenkontrolleure im virtuellen Visier

Die öffentlichen Verkehrsmittel bieten einem eine flexible Möglichkeit von A nach B zu kommen und natürlich wieder zurück. Egal ob man mal schnell in der Stadt shoppen oder in den sonnigen Morgenstunden nach der Disco nach Hause will, die nächste S-/U-Bahn Station ist nicht weit entfernt. Und zur Not fährt der nächste Bus nur zwei Straßen weiter ab.

Aber da die Betreiber, also der Staat bzw. die Stadt oder der Landkreis, die Kosten für die Verkehrsmittel nicht selber zahlen willen und/oder können, ist es logisch das von jedem Fahrgast ein Endgeld zu entrichten ist.

Durch die Fahrkarten werden beispielsweise das Personal (Lokführer, Wachschutz, Kontrolleure…), aber auch neue Züge und die Instandhaltung sowie der Bau der Infrastruktur finanziert.

Sollte jedenfalls…

Denn wenn man sich auf eines verlassen kann, dann darauf, dass an manchen Tagen kein Verlass auf den Fahrplan ist. Signalstörungen, Notarzteinsätze und so weiter und sofort, sorgen dafür, dass so mancher Zug nicht pünktlich ankommt bzw. abfährt.

Während ich diesen Artikel auf meinem Blackberry in der S-Bahn verfasse, kommt die Meldung durch die Lautsprecher, dass an der Donnersbergerbrücke (München) ein Notarzteinsatz ist. Ironie des Schicksals?

Schnell hört man die aufgebrachten Mitreisenden, dass “die scheiß Bahn doch einmal pünktlich sein soll!” oder “für was erhöhen die denn die Preise, wenn man eh nie pünktlich ans Ziel kommt?

So oder so ähnlich denken viele und sind daher nicht bereit für die Nutzung der Verkehrsmittel nur einen Cent zu zahlen. Ob das nun berechtigt ist oder nicht, will ich an dieser Stelle nicht bewerten. Aber um solche Leuten dennoch zur Entrichtung eines “Fahrpreises” zu bewegen, sind in den Zügen Mitarbeiter unterwegs, um Schwarzfahrer zur Kasse zu bitten.

Wer keinen gültigen Fahrschein bei sich hat, muss 40 € Strafe zahlen. Sollte man zum Beispiel im Besitz einer Wochen oder Monatskarte, die nicht übertragbar ist, sein so zahlt man “nur” 5 €. Hierfür muss man dann aber in eine Filiale fahren und den entsprechenden Nachweis erbringen. So wird das jedenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt München geregelt.

An sich lassen sich Kontrolleure recht leicht an ihrer typischen Kleidung erkennen. Ist die Bahn nicht voll, nutzen das viele Schwarzfahrer und postieren sich in der Mitte, um bis spätestens der nächsten Station den Bahnmitarbeitern zu entkommen. Aber diese Methode verlangt viel Aufmerksamkeit und ist bei Kontrolleuren in zivil nur noch schwer anwendbar.

Doch für jedes Problem gibt es bekanntlich schon eine Lösung, vor allem im World Wide Web. Das Zauberwort heißt “MVV-Blitzer”.

Der MVV-Blitzer informiert euch via Facebook und Twitter über Fahrscheinkontrollen in den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn, Tram und Bus) in und um München.

Das System ist relativ einfach, wer Kontrolleure entdeckt postet dies an der MVV Blitzer Pinnwand in Facebook oder versieht einen Tweet mit @mvvblitzer erscheint der Retweet automatisch.

Bis jetzt sind in Facebook rund 2800 und in Twitter um die 220 Leute zusammen gekommen. Obwohl vor allem eine Kettenreaktion dank dem ‘gefällt mir’-Button zu sehen ist. Denn gestern waren es ca. 400 Leute.

Umso mehr User sich derartig engagieren, desto mehr Kontrollen werden virtuell einsehbar sein.

Bis jetzt scheint noch keine Beschwerden durch den MVV/MVG oder der Bahn bezüglich des kostenlosen online Service vorhanden zu sein. Aber vielleicht kommt das noch, wenn die Gruppe viel mehr Mitglieder hat.

Heute war übrigens auf Facebook zu lesen, dass es möglicherweise auch ein Android sowie iPhone App geben wird. Also bleiben wir mal gespannt, was noch alles kommt.

Was haltet ihr davon? Sollten die Leute sich einfach Fahrkarten kaufen oder ist das Schwarzfahren Angesicht der Verspätungen und hohen Preise angemessen?

© hbertdesign.at / PIXELIO

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1 Kommentar

  1. Pingback: ÖPNV: Schwarzfahren mit Facebook und Twitter - Nicht spurlos

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